Aus einem winzigen Welpen wird eine kleine Persönlichkeit

Mit der Geburt beginnt für unsere Welpen eine spannende Reise.

Gerade noch sicher und geborgen im Mutterleib, müssen sie sich innerhalb weniger Augenblicke auf eine völlig neue Welt einstellen. Der erste Atemzug, die Wärme der Mutter, ihr Geruch und schließlich die Suche nach der ersten Milch – vieles geschieht instinktiv.

In den kommenden Wochen verändert sich dieses zunächst noch vollkommen hilflose kleine Wesen beinahe täglich. Die Augen öffnen sich, Geräusche werden wahrgenommen, die ersten wackeligen Schritte gelingen und irgendwann wird aus dem kleinen Nesthocker ein neugieriger Dackel, der seine Welt entdecken möchte.

Dabei hat jeder Welpe sein eigenes Tempo. Die folgenden Zeitangaben sind deshalb keine starren Grenzen, sondern dienen als Orientierung.

1. bis etwa 2. Lebenswoche – Geborgenheit und Nähe

In den ersten beiden Lebenswochen dreht sich für unsere Welpen fast alles um Wärme, Schlafen und Trinken.

Augen und Ohren sind zunächst noch geschlossen. Die Kleinen orientieren sich vor allem über Berührung, Wärme und Geruch und verbringen den größten Teil des Tages schlafend oder an der Milchbar.

Instinktiv suchen sie die Nähe ihrer Mutter und ihrer Geschwister. Schon jetzt beobachten wir jeden einzelnen Welpen sehr genau: Trinkt er gut? Nimmt er zu? Wirkt er zufrieden und ausgeglichen? In dieser frühen Zeit steht eines über allem:

Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit.

Etwa 2. bis 3. Lebenswoche – die Welt öffnet sich

Nun beginnt eine wunderschöne Zeit.

Nach und nach öffnen sich Augen und Gehörgänge. Die Welpen nehmen ihre Umgebung immer bewusster wahr und aus dem Krabbeln werden langsam die ersten noch etwas wackeligen Schritte.

Auch untereinander passiert immer mehr. Die Geschwister beginnen bewusster miteinander zu interagieren und auch der Kontakt zur Mutter verändert sich.

Gleichzeitig gehören behutsame Berührungen durch uns ganz selbstverständlich zum Alltag. Streicheln, auf den Arm nehmen und sanfter Körperkontakt helfen den Kleinen dabei, menschliche Nähe als etwas Vertrautes und Angenehmes kennenzulernen.

Auch das selbstständige Lösen entwickelt sich zunehmend. Deshalb bieten wir unseren Welpen frühzeitig unterschiedliche geeignete Untergründe an und schaffen damit bereits erste gute Voraussetzungen für die spätere Stubenreinheit.

Ab etwa der 4. Lebenswoche – kleine Entdecker auf vier Pfoten

Jetzt wird es richtig spannend.

Die Sinne funktionieren immer besser, die Bewegungen werden sicherer und die Welt außerhalb des vertrauten Schlafplatzes wird plötzlich ungeheuer interessant.

Die Welpen spielen, balgen und kommunizieren miteinander. Sie probieren aus, wie fest man ins Geschwisterchen zwicken darf, lernen Reaktionen kennen und sammeln wichtige Erfahrungen im Umgang miteinander.

Auch die Mutterhündin übernimmt dabei eine wichtige Rolle. Sie kommuniziert ihren Welpen Grenzen und zeigt ihnen auf natürliche Weise, wann ihr etwas zu viel wird.

Für uns beginnt nun eine besonders intensive Zeit der Prägung und Sozialisation.

Unsere Welpen lernen Schritt für Schritt unterschiedliche Menschen, Alltagsgeräusche, Gegenstände, Untergründe und Situationen kennen. Alles wird ihrem Alter entsprechend und so gestaltet, dass Neugier und Vertrauen wachsen können.

Dabei geht es uns nicht darum, einen möglichst langen „Erlebniskatalog“ abzuarbeiten.

Nicht die Menge der Erfahrungen ist entscheidend, sondern deren Qualität.

Ein Welpe darf neugierig sein, beobachten, sich zurückziehen und in seinem eigenen Tempo Neues kennenlernen.

Menschen kennenlernen und Vertrauen entwickeln

Der positive Kontakt zum Menschen ist uns besonders wichtig.

Unsere Welpen wachsen mitten in unserem Familienleben auf und erleben uns deshalb nicht nur zu bestimmten „Übungszeiten“, sondern ganz selbstverständlich im Alltag.

Später kommen weitere Menschen hinzu. Auch die Besuche unserer zukünftigen Welpeneltern gehören dazu.

Dabei achten wir darauf, dass die Kleinen respektvoll behandelt und nicht überfordert werden. Besonders Kinder sollten den Umgang mit einem Welpen immer unter Anleitung eines Erwachsenen erleben.

Ein Welpe ist schließlich kein Spielzeug – und auch ein kleiner Dackel darf selbst entscheiden, wann er eine Pause braucht.

Unser Ziel ist ein Hund, der Menschen mit Vertrauen, Offenheit und positiven Erwartungen begegnen kann.

Spielend fürs Leben lernen

Spielen ist für Welpen weit mehr als Zeitvertreib.

Beim gemeinsamen Toben mit den Geschwistern, beim Erkunden neuer Gegenstände oder beim Spiel mit uns trainieren sie ihren Körper, ihre Koordination und ihre Kommunikation.

Unsere kleinen Dackel dürfen deshalb ausprobieren, schnuppern, klettern, suchen und entdecken.

Verschiedene Untergründe, Röhren, Wackelbrett und Wackelbrücke, Bällebad sowie unterschiedliche Alltagsgeräusche gehören später ebenso dazu wie der große Garten.

Und manchmal besteht die schönste Beschäftigung einfach darin, gemeinsam im Gras zu sitzen und sich von einer ganzen Bande kleiner Dackel erobern zu lassen.

Etwa 8. bis 12. Lebenswoche – Lernen fürs Leben

In dieser Zeit sind unsere Welpen besonders neugierig und aufnahmefähig.

Sie sammeln weiterhin viele Erfahrungen und lernen zunehmend, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Positive und gut dosierte Erlebnisse können ihnen dabei helfen, neuen Situationen auch später mit Vertrauen zu begegnen.

Unsere Welpen bleiben bis zur 10. Lebenswoche bei uns. Damit liegt auch ein wichtiger Teil dieser Entwicklungszeit noch in unserer Verantwortung.

Wenn der kleine Krummholzer anschließend zu seiner neuen Familie zieht, beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Nun heißt es: Vertrauen aufbauen, Sicherheit geben, gemeinsam Regeln lernen – und vor allem nicht zu viel auf einmal erwarten.

Erziehung bedeutet für uns dabei nicht, einen kleinen Dackel möglichst schnell „funktionieren“ zu lassen.

Erwünschtes Verhalten wird bestätigt und belohnt, Grenzen werden freundlich, verständlich und konsequent vermittelt.

Geduld, Verlässlichkeit und eine gute Beziehung sind gerade in dieser Zeit viel wertvoller als Härte.

Ab dem 3. und 4. Lebensmonat – selbstbewusster werden

Mit zunehmendem Alter wächst nicht nur der Körper – auch die Persönlichkeit wird immer deutlicher.

Der junge Dackel wird mutiger, probiert mehr aus und entdeckt zunehmend seinen eigenen Willen.

Und wer sich für einen Teckel entschieden hat, wird spätestens jetzt feststellen:

Dieser kleine Hund hat durchaus eigene Vorstellungen vom Leben.

Das gehört zu unserer Rasse. Dackel wurden über Generationen darauf gezüchtet, selbstständig zu handeln und Entscheidungen zu treffen.

Umso wichtiger sind jetzt klare, liebevolle und verlässliche Regeln. Was heute erlaubt ist und morgen verboten wird, kann ein junger Hund nur schwer verstehen.

Konsequenz bedeutet deshalb für uns nicht Strenge – sondern Verlässlichkeit.

Etwa ab dem 5. und 6. Lebensmonat – die Welt wird immer interessanter

Der Bewegungsradius wird größer, Spaziergänge werden abwechslungsreicher und die Umwelt bietet unendlich viele spannende Eindrücke.

Auch rassetypische Verhaltensweisen können zunehmend deutlicher werden. Gerade beim Dackel gehören dazu Neugier, Selbstständigkeit und nicht selten ein ausgeprägtes Interesse an interessanten Gerüchen und Spuren.

Jetzt zahlt sich aus, was zuvor gemeinsam aufgebaut wurde: Orientierung am Menschen, Rückruf, Ruhe, Frustrationstoleranz und Vertrauen.

Dabei bleibt der junge Hund trotz seiner zunehmenden Selbstständigkeit noch lange in seiner Entwicklung.

Pubertät – wenn der Dackel plötzlich eigene Pläne hat

Irgendwann beginnt auch beim bravsten Welpen die Pubertät.

Wann genau, ist individuell verschieden. Hormone und körperliche Reifung bringen Veränderungen mit sich und manches, was gestern wunderbar funktioniert hat, scheint plötzlich vergessen.

Der junge Hund testet nicht bewusst seine Menschen, um „die Herrschaft zu übernehmen“. Vielmehr befindet er sich mitten in einer körperlichen und emotionalen Entwicklungsphase.

Jetzt helfen Geduld, Humor, klare Regeln und liebevolle Konsequenz.

Hündinnen werden irgendwann zum ersten Mal läufig, Rüden zeigen möglicherweise zunehmendes Interesse an anderen Hunden und beide Geschlechter können in dieser Zeit noch einmal deutlich selbstständiger erscheinen.

Auch diese Phase geht vorüber.

Und häufig sitzt am Ende genau der Dackel vor einem, den man schon im Welpen erkennen konnte – nur erwachsener, selbstbewusster und mit einer gehörigen Portion eigener Persönlichkeit.

Was wir unseren Welpen mitgeben möchten

Wir können unseren Welpen in den ersten zehn Lebenswochen nicht die ganze Welt zeigen – und das möchten wir auch gar nicht.

Was wir ihnen mitgeben können, sind Geborgenheit, Vertrauen, positive Erfahrungen, altersgerechte Herausforderungen und eine möglichst gute Grundlage für ihr weiteres Leben.

Danach übernehmen ihre neuen Familien.

Aus unserer Sicht ist deshalb die Zeit beim Züchter nicht das Ende der Sozialisation, sondern ihr Anfang.

Wir legen den Grundstein – weitergebaut wird gemeinsam mit Ihnen.

Und natürlich stehen wir unseren Welpeneltern auch auf diesem Weg weiterhin mit Rat und unserer langjährigen Erfahrung zur Seite.